Sportverbände werden mit Rückzahlungen sanktioniert

5 03 2010

Aufgrund Mängel in der Umsetzung der Anti-Doping-Richtlinien müssen 15 Sportverbände Teile Ihrer erhaltenen Fördergelder zurückzahlen. Das bestätigte im Sportausschuss des Bundestages Staatssekretär Christoph Bergner (CDU).
Die Sanktionen gegen die Verstöße richteten sich laut Bergner nach deren Schwere. Die Höchststrafe liegt bei 20 Prozent der zugeführten Mittel. Diese sollen dann in die Dopingprävention von Verbänden fließen, bei denen es keine Beanstandungen gab. Insgesamt fordert das Bundesministerium des Inneren (BMI) 232 880 Euro zurück.

Der Deutsche Schachbund muss wegen Verstößen gegen die gemeinsamen Antidopingkriterien des BMI und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die prozentual höchste Summe aus der Förderung zurückzahlen. 16 Prozent (2800 Euro) der gewährten 17 500 Euro werden fällig. Die absolut höchsten Summen müssen der Deutsche Ruderverband (88 796 Euro) und der Bob- und Schlittenverband (57 400 Euro) zahlen.

Laut Bergner seien 2008 bei 41 der 60 Verbände keine Beanstandungen bei der Antidoping-Politik festgestellt worden. Die Untersuchungen bezogen sich dabei auf Fehler in Arbeitsverträgen (keine Doping-Klauseln), mangelhafte Umsetzung des NADA-Codes und fehlende Wettkampfkontrollen. Der Staatssekretär nannte es «erfreulich, dass die Mehrzahl der Verbände mit 68 Prozent ohne Beanstandungen» geblieben sei.

Die Sportausschuss-Vorsitzende, Dagmar Freitag, attackierte diese Genügsamkeit: «Wenn ich mir 10 000 Euro bei Ihnen borge, dann sind sie auch nicht mit 68 Prozent Rückzahlung zufrieden. Wir brauchen 100 Prozent!» Darüber hinaus übte Freitag bei der Diskussion zum Antidopingbericht 2008 der Bundesregierung heftige Kritik.

Nachdem Bergner am 27. Januar über Beanstandungen bei 19 von 60 Sportfachverbänden und daraus resultierenden finanziellen Rückforderungen berichtet hatte, sei mehr als ein Monat verstrichen, um darüber konkreter zu informieren. Ende Januar sei zudem zeitgleich eine Pressemitteilung des BMI mit nahezu identischem Inhalt an die Öffentlichkeit gegeben worden. «Ich fühle mich veralbert, lesen können wir Parlamentarier selber», sagte Freitag.

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