LV-Meisterschaften der Nordverbände Einer-Straße

2 05 2009

Ergebnis LV-Meisterschaften der Nordverbände

Einzelkämpfer Marcel Bollmann im Endspurt überrumpelt

Bremer swb-Team bei den Rad-Straßenmeisterschaften der Nordverbände überraschend geschlagen / Robert Müller holt Titel im Zeitfahren

bollmann-zielsprint1

Bollmann im Zielsprint

Von Stefan Freye

Bremen. Den einen erhofften Titel gewann das Radsportteam swb, den anderen eingeplanten Sieg verpasste es überraschend: Nachdem die Bremer Mannschaft durch Robert Müller die Nordmeisterschaft im Einzelzeitfahren geholt hatte, blieb ihr tags darauf der Erfolg auf der Straße verwehrt. Nach 113 Kilometern auf dem Rundkurs im Bremer Güterverkehrszentrum triumphierte Heinrich Berger vom Team Stevens vor Marcel Bollmann (Team swb).

Das hatten sie anders geplant. Aber vor dem Rennen wussten die Bremer eben auch noch nicht, dass die Hamburger vom Team Stevens gleich mit zwölf Fahrern antreten würden. „Das hatten wir nicht auf dem Schirm“, sagt Christoph Haxsen. Der swb-Kapitän fand, dass zu Anfang des Rennens durch das Industriegebiet noch „alles in Butter“ war. Gleich auf den ersten Runden hatte sich eine zwölf Mann starke Fluchtgruppe mit den swb-Fahrern Marcel Bollmann, Mario Reinel, Björn Kirchgessner und Robert Müller gebildet. Sie wurde allerdings nach kurzer Zeit gestellt. Zur Mitte des Rennens war Marcel Bollmann jedoch erneut dabei, als sich vier Fahrer absetzten.

Hätte diese Gruppe den Weg ins Ziel gefunden, wäre Bollmann klarer Favorit gewesen. Aber auch sie wurde gestellt, und an dieser Stelle fangen die Probleme an. Zum einen war Robert Müller der einzige swb-Fahrer gewesen, der sich mit vier Männern vom Team Stevens auf die Verfolgung gemacht hatte. Als die Hamburger beim Zusammenschluss dann sofort Tempo machten, konnte Müller nicht folgen. Weshalb Marcel Bollmann eine Runde (11,3 Kilometer) vor dem Ende auf sich allein gestellt war. Abwechselnd verschärften Stevens-Fahrer nun das Tempo, und als Heinrich Berger kurz vorm Ziel antrat, musste Bollmann ihn ziehen lassen.

Immerhin gewann er den Sprint der Verfolger und wurde Vizemeister, Robert Müller fuhr auf den siebten Platz. Gut möglich, dass er seinem Teamkollegen in der entscheidenden Rennphase deshalb nicht beistehen konnte, weil ihm noch die Kilometer vom Einzelzeitfahren am Vortag in den Knochen steckten. Das hatte er schließlich gewonnen. Nach 21 Kilometern lag der Bremer Neuzugang in 26,34 Minuten gute zehn Sekunden vor dem Zweitplatzierten Benjamin Winkler (26,45). Dem Triathleten vom USC Kiel blieb ein weiterer Coup damit verwehrt: Im vergangenen Jahr war er noch unerwartet an den verdutzten swb-Fahrern vorbei zum Titel gefahren.

Hinter Robert Müller fuhr Frieder Uflacker auf den neunten Rang, Olaf Schnaar (RV Huchting) belegte trotz mangelnder Vorbereitung den 17. Rang. Zudem verteidigte Sebastian Hannöver seinen Titel bei den parallel ausgetragenen Niedersächsischen Meisterschaften. Dass swb-Teamleiter Lars van der Sloot mit diesen Ergebnissen leben konnte, hatte indes noch weitere Gründe: Am vergangenen Wochenende waren dem Team weitere Erfolge gelungen. So gewann van der Sloot selbst die Masters-Wertung beim internationalen Mountain-Bike-Marathon am Gardasee. Nach 110 Kilometer und 4000 Höhenmetern war van der Sloot rund 30 Minuten schneller als im vergangenen Jahr. Schließlich war Vladi Riha gelungen, woran das Team swb seit Jahren arbeitete: Der Bremer gewann das Lindener Bergkriterium über 80 Kilometer. „Eine Topleistung, das Rennen ist sehr gut besetzt“, kommentierte van der Sloot den Sieg in der Nähe Hannovers.

Vorbericht

Team swb geht auf Titeljagd
Morgen Rad-Nordmeisterschaften im Güterverkehrszentrum

Von Stefan Freye

Wo sonst die großen Sattelschlepper das Bild bestimmen, jagen am Sonntag die Radrennfahrer über das Pflaster: Das Güterverkehrszentrum ist nach 2005 zum zweiten Mal Austragungsort der Nordmeisterschaft auf der Straße. Genau 113 Kilometer, zehn Runden à 11,3 Kilometer, müssen die Elitefahrer ab 14 Uhr zurücklegen. Dann steht der neue Titelträger fest.

Dass es ein anderer Fahrer als Vorjahressieger Frieder Uflacker werden könnte, ist gut möglich. Dass dieser Meister aus einem anderem Team kommt, scheint dagegen schon etwas unwahrscheinlicher: Die Nordmeisterschaft ist die Domäne des Bremer swb-Teams. In den vergangenen neun Jahren holten die Fahrer von Lars van der Sloot acht Mal den Titel. „Wer auch immer: Für uns zählt diesmal auch nur die Meisterschaft“, sagt der Teamleiter. Schließlich waren 2008 nach Uflacker auch Marcel Bollmann (2.), Mario Reinel (4.), Christoph Haxsen (8.) und Hendrik Werner (10.) in die Top-Ten gefahren. In diesem Jahr wird das Team swb erneut acht Fahrer um die Bremer Christoph Haxsen und Vladi Riha ins Rennen schicken.

Lars van der Sloot schätzt, dass einzig vom neuen Hamburger Team Stevens/Jeantex wirkliche Gefahr droht. So richtig zweifelt aber niemand an neunten Titel im zehnten Jahr der Bremer Mannschaft. Aber wer weiß? Als Christoph Haxsen vor rund einem Jahr deutlich vorn lag bei der Zeitfahrmeisterschaft in Harburg, schien sein Titel auch schon gebucht. Dann kam ein Triathlet und nahm dem bis dato Führenden 25 Sekunden ab – eine ganz schöne Pleite für die Bremer. Sie hat zur Folge, dass das Team swb bei den heutigen Nordmeisterschaften im Einzelzeitfahren in Eyendorf (Lüneburger Heide) nur noch zwei Fahrer am Start hat.

„Man muss dann auch mal einen anderen Weg gehen“, sagt van der Sloot nach der Enttäuschung von 2008. Der Vorjahresdritte Frieder Uflacker und Neuzugang Robert Müller – als Bahnspezialist ein weiterer Favorit – werden antreten für das Team swb. Dessen Teamleiter van der Sloot erwartet „keinen Selbstläufer.“ Mit dem Triathleten Benjamin Winkler (Hamburg) ist auch der Überraschungssieger des Vorjahres am Start. Weniger aussichtsreich startet mit Olaf Schnaar (RV Huchting) ein weiterer Bremer. Der in den vergangenen Jahren regelmäßig im Vorderfeld platzierte Zeitfahrer setzte vor dieser Saison berufliche Schwerpunkte und ist deshalb nicht optimal vorbereitet. Das Team swb hat dagegen ein weiteres Eisen im Feuer bei den zeitgleich ausgetragenen Meisterschaften des niedersächsischen Verbandes. Hier möchte Sebastian Hannöver seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen.

Quelle: Weser Kurier

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