Quer durch den Naturpark Aukrug

20 07 2008

Kirchgessner

20.07.2008

Zur Vorbereitung auf das sonntägliche Rennen „Quer durch den Naturpark Aukrug“ im schleswig-holsteinischen Tappendorf hatte ich den Freitag zuvor mit Philipp genutzt, um eine Grundlageneinheit von Bremen nach Hamburg hinzulegen… Neben einer Menge Spaß sollte es eine gute Entscheidung gewesen sein, obwohl das Wetter alles andere als Radtouren tauglich war.

Zum Rennen waren es dann gute äußere Bedingungen, obwohl der Wind kräftig blies. Auf dem 1,75 km langen Rundkurs waren 60 Fahrer am Start.

Bis zu diesem Zeitpunkt der Saison fuhr ich die Rennen zwar offensiv, aber nie mit der entsprechenden Entschlossenheit. Dazu kam die fehlende Erfahrung sowie teilweise Kopf- und Glücklosigkeit. Beim Rennen in Parchim in der Woche zuvor war die erste entschiedene Flucht nach vorne fast erfolgreich. Ich verpasste nur knapp die erste Platzierung.  Von diesem Moment an war ich mir sicher, häufiger auf die Abteilung “Attacke” zu setzen.

Gesagt, getan. In der zweiten von insgesamt 36 Runden (63 km) fanden sich auch in Tappendorf fünf weitere Fahrer die ernsthaft Ihr Herz in die Hand nahmen um mit auszureißen.  Das Hauptfeld nahm uns so früh nicht ernst, es blieben doch reichlich Kilometer, um uns wieder einzufangen. Doch nach der Hälfte des Rennens wurde  immer deutlicher das unsere funktionierende Gruppe Ambitionen auf den Sieg hat. Der Vorsprung konnte kontinuierlich ausgebaut werden und betrug bald 30 Sekunden. Birgit rief uns bei jeder Durchfahrt den Abstand zu und wir konnten mit dosiertem Tempo das Polster aufstocken.

Schließlich  überrundeten wir das Feld sieben Runden vor Schluss und rüsteten uns für den Schlussspurt, der an einer lang ansteigenden Zielgerade lag. Ich war bis dahin schon richtig froh, denn es sollte die erste Platzierung in meiner ersten richtigen Rennradsaison werden, vielleicht sogar aufs Treppchen… Treppchen? In diesem Moment stockte ich. Ich könnte doch auch versuchen das Rennen zu gewinnen. Aber wie? So eine Situation kannte ich nicht. Ich war “auf einmal” mitten im Finale eines Radrennens. Locker bleiben und nur keinen Fehler machen dachte ich. Zum Glück juckte einem meiner Wegbegleiter permanent das Fell und er versuchte mehrfach uns zu entwischen. In der letzten Runde schnappte ich mir sein Hinterrad, in der Hoffnung, das seine unruhige Fahrweise auch ein zeitiges Anfahren des Sprints bedeutet. Wir bogen auf den  Zielanstieg ein und ich lag ideal auf Rang drei im Windschatten; dann hieß es Feuer frei. Raus aus dem Sattel, um endgültig anzutreten. Dann ging alles unglaublich schnell. Plötzlich war ich als Erster am Zielstrich und meine Gefühlswelt komplett aufgelöst. Das musste ich mit einer Runde zum ausrollen erst einmal verdauen, bevor ich überglücklich meine Birgit in den Arm nehmen konnte.

Dieser unglaublich schöne Erfolg heißt für die nächsten Rennen, dass ich in der zweithöchsten Amateurklasse Elite B melden darf. Meine Erinnerungen an diese besondere Ereignis sind neben der permanenten Unterstützung durch Birgit, eng mit dem Support von Sven und Frank verbunden. Ohne sie hätte ich diesen Moment ganz sicher nie erlebt. Vielen vielen Dank, der auch an Dirk geht, da ich mich dank ihm kurzfristig von Braunschweig nach Tappendorf umgemeldet habe…

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